Dorina Sohns (2005)

  1. Worin bestand Ihr berufliches Ziel in der Schulzeit und was ist daraus geworden?
  2. Wie sah bzw. sieht Ihr beruflicher Werdegang nach dem Abitur aus (Ausbildung, Studium, Studiums-/Ausbildungsort, Familienstand …)?
    Nach dem Abitur habe ich ein Dualstudium (BWL) bei der WEMAG AG begonnen. Dafür wurde ich zum einen nach Lübeck zum Studium an der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (WAK) geschickt, zum anderen in Schwerin in verschiedenen Abteilungen des Unternehmens eingesetzt und ausgebildet. Der Vorteil des Ganzen liegt besonders in der Praxisnähe, da man halt nicht nur in den Vorlesungen sitzt, sondern tatsächlich über drei Jahre hinweg immer wieder für mehrere Wochen/Monate im Unternehmen ist.
    Nach meinem Abschluss habe ich ein Jahr bei der WEMAG im Controlling gearbeitet, bis ich beschloss, meinen Master in Betriebswirtschaft zu machen.
    Seit Oktober letzten Jahres bin ich daher in Wismar, studiere (meist mehr, manchmal weniger) fleißig und bin inzwischen fast fertig. Der Master läuft über lediglich drei Semester und da ich mein Hauptseminar bereits im zweiten statt im dritten Semester belegen konnte, fehlt mir jetzt nur noch die Masterthesis.
    Dafür geht’s ab November nach Hamburg, zum Marktforschungsunternehmen Ipsos. Dort werde ich als Praktikantin bei der Entwicklung/Weiterentwicklung von Marktforschungsinstrumenten und -methoden mitarbeiten und je nachdem, was sich daraus ergibt, meine Abschlussarbeit erstellen. Über diesen Praktikumsplatz freue ich mich besonders, da ich hier in Aufgabenfeldern eingesetzt werde, die eher außerhalb der Standardarbeiten eines BWLers liegen.
  3. Welche Fähigkeiten erwarben Sie am Gottfried-Arnold-Gymnasium und sind diese heute für Sie hilfreich?
    Hierzu kann ich eigentlich gleich die nächste Frage heranziehen:
    Während meiner Schulzeit habe ich mich immer viel mit Mathematik beschäftigt, was mir auch im Studium bei einigen Seminaren sehr zugute kam. Und gerade diese Arbeit bei Ipsos wäre ohne die konstante Weiterbildung, auch über den Lehrplan hinaus, überhaupt nicht möglich für mich gewesen. Zwar muss ich noch einiges nachholen, da man als Betriebswirt viele Bereiche der Mathematik nie betrachtet, aber auch dafür wurden bereits im Wahlpflichtkurs Mathematik oder auch in der Mathe-AG Grundlagen gelegt.
    Das dürfte das Auffälligste sein, aber ein paar andere Sachen hab ich natürlich auch gelernt, z. B. habe ich auch die Kommaregeln noch aus Schulzeiten übernommen. 🙂 Sehr hilfreich.
  4. Woran erinnern Sie sich besonders gerne?
    Auch wenn die Kommasetzung eher zu meinen schlechtesten Erfahrungen im Unterricht gehört … 🙂 Anders war es mit Mathematik, dem Chor, den Biologiestunden bei Frau M. Kliefoth und einigem anderen. Oh, und ich mag bis heute das Haus I sehr.
  1. Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Schulkameraden bzw. Lehrern?
    Zu meinen Lehrern habe ich eigentlich keinen Kontakt mehr, von ein paar zufälligen Treffen abgesehen, aber den Großteil meines Freundeskreises sehe ich noch. J Wir sind zwar inzwischen über halb Deutschland verteilt, aber ab und zu sind einige gleichzeitig zu Hause. Und die Bahn hat ja auch noch das eine oder andere Sparangebot. 🙂
  1. Worauf sind Sie besonders stolz?
    Hm … Da gibt’s eigentlich nicht so viel. Viele Dinge sind eher eine Mischung aus Glück und guter Beratung.
  1. Was waren Ihre damaligen Interessen und sind diese bis heute erhalten geblieben?
    Abgesehen von der Mathematik hab ich mich immer gern mit Musik beschäftigt, ob das nun „hören“, „dazu tanzen“ oder „selbst machen“ war. 🙂 Das ist auch so geblieben, nur dass der Chor inzwischen durch mehrere Tanzkurse ersetzt wurde. Ansonsten les ich immer noch gern, auch wenn durch Studium bzw. Arbeit weniger Zeit dafür ist. Mein Freundeskreis ist ebenfalls etwas größer, daher verbring ich auch dementsprechend mehr Zeit in verschiedenen Wohnungen und Gärten bzw. im Block 17 (das ist der Studentenclub bei uns in Wismar  🙂 ). Man könnte sagen, es ist noch alles da, was früher wichtig war, nur die Prioritäten haben sich verschoben.
  1. Welche Wünsche / Pläne haben Sie für die Zukunft?
    Um ganz ehrlich zu sein, die ändern sich immer noch von Zeit zu Zeit. 🙂 Kurzfristig zählt erst einmal die Zeit bei Ipsos. Ich will meine Arbeit möglichst gut erledigen und so viel ich kann aus der Zeit des Praktikums und der Thesis mitnehmen. Aber da das Leben nicht ausschließlich aus Arbeit besteht, hoffe ich, auch ein bisschen was von Hamburg zu sehen.
  1. Was hätten Sie sich für Ihre Schulzeit zusätzlich gewünscht?
    Ich fürchte, der Großteil ist nicht von der Schule zu regeln. Im Nachhinein weiß man, dass man schon damals für das meiste selbst mehr hätte machen können und müssen. Aber vielleicht wäre es hilfreich, wenn die Schule dafür mehr Gelegenheiten schaffen würde, beispielsweise mehr Praktikums- oder Berufswahlwochen. Allerdings kann ich verstehen, wenn das jetzt (beim 12-jährigen Abitur) kaum noch zu berücksichtigen ist.
  1. Welche Tipps würden Sie uns für die Schulzeit mit auf den Weg geben?
    Tipps und Tricks?  🙂 Regelmäßig die Zeitung lesen, Praktika bzw. Uni- und Berufsmessen mitnehmen wo ihr könnt und – falls ihr später die Möglichkeit habt und es halbwegs erschwinglich ist – unbedingt ein Auslandssemester machen. 🙂 Das wäre es erst einmal.

Okt. 2010