Christoph Nenz (2001)

Christoph Nentz1. Worin bestand Ihr berufliches Ziel in der Schulzeit und was ist daraus geworden?
Nun ja, ich wollte in den Bereich Finanzen/Bank gehen. Dieses Vorhaben wurde auch umgesetzt. Mir war bei einer Tätigkeit eine Kombination aus Mathe und wirtschaftlichen Anforderungen wichtig.

2. Wie sah bzw. sieht Ihr beruflicher Werdegang nach dem Abitur aus (Ausbildung, Studium, Studiums-/ Ausbildungsort, Familienstand …)?
Zunächst habe ich meinen Wehrdienst bei den Jugendoffizieren abgeleistet und danach ein BA-Studium bei der Deutschen Bank im Firmenkunden-bereich aufgenommen.
Das Studium ging nahtlos in eine Tätigkeit bei der Deutschen Bank im Bereich Global Markets über. Nach anderthalb Jahren Berufserfahrung folgte noch ein Aufbaustudium zum Master of Science in Finance an der Frankfurt School of Finance/HfB in Kooperation mit der Deutschen Bank.
Am Ende des Studiums habe ich die Bank verlassen und bin nun seit zwei Jahren bei LPA (Lucht Probst Associates) tätig. Wir sind ein Beratungsunternehmen, das auf Banken spezialisiert ist. Wir fungieren allerdings nicht wie allgemeine Consulting-Firmen a la McKinsey oder Roland Berger. Wir sind spezialisiert auf den Bereich Produktentwicklung, Bewertung und Vertrieb von Derivaten für den Zins- und Währungsbereich. Diese übernehmen wir für unsere Kunden, die zumeist im Landesbankensektor zu finden sind. Die entwickelten Lösungen werden dann von zumeist Firmenkunden zur Sicherung und Optimierung von Währungen, Zinsen oder Rohstoffen eingesetzt.

3. Welche Fähigkeiten erwarben Sie am Gottfried-Arnold-Gymnasium und sind diese heute für Sie hilfreich?
Für meinen Jahrgang sehr prägend war ein recht breites Interesse an vielen Themengebieten: Musik (z. B. die Chorveranstaltungen zum Musical „Joseph“), Politik, aber auch naturwissenschaftliche Themen, ich hatte glücklicherweise noch einen Mathe- und einen Chemie-Leistungskurs.
So ein diskussionsfreudiges und anregendes Umfeld beeinflusst in meinen Augen die persönliche Entwicklung der Einzelnen sehr positiv, und das in einem sehr breiten Spektrum. Herr Schneider als alter Direktor und Lateinlehrer war ja auch immer sehr bemüht, den humanistischen Charakter der Schule zu erhalten.
Die Mathe-Olympiaden haben mir sehr dabei geholfen, neue Lösungen aus bekannten Ansätzen zu finden, neue Wege zu testen bzw. an Problemen zu knobeln. Das sind Sachen, mit denen ich tagtäglich im Arbeitsleben konfrontiert bin. Auch habe ich tagtäglich mit Mathe zu tun, von Ableitungen über Wahrscheinlichkeitsrechnung bis hin zu Zinsrechnungen. Was viele Schüler für nutzlos halten und glauben, dass sie es nie wieder im Leben brauchen. Meiner Meinung nach betreffen uns die Dinge im Leben viel häufiger als man glaubt.

4. Woran erinnern Sie sich besonders gerne?
Insgesamt sehr gern an meine Schulzeit. Ich hatte zumeist sehr angenehme Kurse mit tollen Lehrern und lernwilligen und lieben Mitschülern.
Insbesondere aber an das Musical und die Veranstaltungen drum herum. Das war zwar auch Arbeit, hat allerdings stets Spaß gemacht.
Aber auch die Zeit als Schülersprecher und die Teilnahmen an den Matheolympiaden waren immer sehr interessant.

5. Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Schulkameraden bzw. Lehrern?
Ja, zum Freundeskreis recht oft. Obwohl der leider über Deutschland (und darüber hinaus) verteilt ist und persönliche Treffen dadurch schwieriger werden. Ist mir aber sehr wichtig, da der einen immer wieder „erdet“.
Zu ehemaligen Lehrern recht selten, aber dafür sind ja die alljährlichen Treffen am 28.12. ideal.

6. Worauf sind Sie besonders stolz?
Naja, stolz ist ein schwieriges Wort. Erfolge können objektiv nur andere einschätzen.
Ich würde zwar sagen, dass ich mich bei meiner Entwicklung während und nach der Schulzeit ganz gut geschlagen habe. Mein Beruf macht mir viel Spaß, ich komme viel rum. Bin also nach den Aspekten schon erfolgreich und kann stolz darauf sein.
Man sollte aber immer den Drang haben, sich weiterzuentwickeln. Stolz auf etwas zu sein, sieht wie eine Blaupause in der Entwicklung aus. Und im Endeffekt muss man sagen, dass eine Weiterentwicklung auch auf externen Faktoren wie Familie, Freunde und Arbeitsumfeld beruht.

7. Was waren Ihre damaligen Interessen und sind diese bis heute erhalten geblieben?
Meine Interessen waren sehr vielfältig. Ich hab mich natürlich gerne mit naturwissenschaftlichen Themen auseinandergesetzt, deshalb ja auch die Teilnahme an den Matheolympiaden. Aber auch Musik, Politik und Sport haben beim Musical, als Landesschülersprecher und bei Fußball/Basketball Zeit in Anspruch genommen.
Aufgrund fehlender Zeit haben da natürlich einige Sachen an Bedeutung verloren. Das eine oder andere Hobby ist somit auf der Strecke geblieben. Ich spiele hin und wieder noch freizeitmäßig Fußball. Mein gesellschaftliches Engagement beschränkt sich aktuell aber auf die Aktion Gemeinsinn.

8. Welche Wünsche / Pläne haben Sie für die Zukunft?
Da gibt es natürlich den Wunsch sich beruflich weiterzuentwickeln, mehr Verantwortung zu bekommen oder interessante Aufgaben anzugehen. Manche Sachen lassen sich aber nicht immer planen.

9. Was hätten Sie sich für Ihre Schulzeit zusätzlich gewünscht?
Etwas kürzere Fahrtstrecken zwischen Wohnort und Schule. Aber das geht ja allen Schülern in der Prignitz so, und dafür gibt’s ja auch mehr Landschaft.

10. Welche Tipps würden Sie uns für die Schulzeit mit auf den Weg geben?
Immer die Augen und Ohren offen halten und versuchen, so viel Informationen wie möglich aufzunehmen. Das Wichtigste ist, sich eine gesunde Neugier und Spaß beim Lernen zu erhalten. Das fällt natürlich zwar nicht immer leicht, aber auch schwierige Situationen können sehr gut aufs spätere Leben vorbereiten.
Eigene Entscheidungen und Wünschen immer wieder überdenken und Pros und Kontras gegeneinander abwägen. Jedoch sollte man sich nie scheuen, für eine Sache und seine Pläne einzustehen. Dabei gilt es, soweit wie möglich von dem überzeugt zu bleiben, was man tut, und nie die Leute um einen herum, seien dies Familie oder Freunde, zu vergessen.

Okt. 2010