Kristin Wonneberger (2003)

1. Worin bestand Ihr berufliches Ziel in der Schulzeit und was ist daraus geworden?
Ich wollte BWL studieren, um zu lernen, wie ein Unternehmen funktioniert – noch während des Studiums habe ich das Ziel weiter verfolgt und habe das bis zu meiner Diplomarbeit im zentralen Rechnungswesen/Controlling durchgezogen.

2. Wie sah bzw. sieht Ihr beruflicher Werdegang nach dem Abitur aus (Ausbildung, Studium, Studiums-/Ausbildungsort, Familienstand …)?
Direkt nach dem Abitur 2003 habe ich am 01.10.2003 das BA-Studium BWL Fachrichtung Industrie an der (damaligen) Berufsakademie Mannheim angefangen (im Unternehmen Siemens AG); das beinhaltet die Ausbildung zur Wirtschaftsassistentin und den Abschluss zur Diplom-Betriebswirtin (BA).
Im Anschluss wurde ich von Siemens in Saarbrücken übernommen als Kauffrau Vertrieb/Service und war bei Industry Solutions für die kaufmännische Abwicklung der Großprojekte sowie für einige Sonderthemen zuständig (zum 01.10.2006).
Zum 01.10. 2010 wurde ich nun nach München versetzt, als Commercial Project Manager im Bereich der Straßenverkehrsleittechnik.
Ich bin (noch) ledig, habe keine Kinder, aber einen Hund.

3. Welche Fähigkeiten erwarben Sie am Gottfried-Arnold-Gymnasium und sind diese heute für Sie hilfreich?
Mit Leistungskursen in Chemie und Mathematik sowie als weiteres Klausurfach Physik habe ich ein grundlegendes technisches Verständnis erworben, was die Abwicklung der Projekte erheblich vereinfacht und auch das Verständnis für die Anlagen fördert.

4. Woran erinnern Sie sich besonders gerne?
In Bezug auf die Schulzeit erinnere ich mich eigentlich an vieles gern, vor allem, da ich direkt im Anschluss nach Mannheim ging und seitdem nicht wieder näher an die Heimat kam. Heimat ist und bleibt Heimat und bei jedem Besuch daheim wird einem das wieder klar.

5. Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Schulkameraden bzw. Lehrern?
Zu Lehrern eher nicht, mit einigen Schulfreunden habe ich immer noch Kontakt, auch wenn wir quer durch Deutschland verteilt sind.

6. Worauf sind Sie besonders stolz?
in Schulzeiten: 1998 mit meinem Damenteam zusammen den Deutschen Schulschachmeister für das GAG geholt; davor bereits zweimal mit dieser Mannschaft den Schulschach-Landesmeister geholt; 13. Klasse Mathematik-Kreis-Olympiade gewonnen
– nach der Schulzeit: Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen, direkt im Anschluss einen guten Job gefunden
– private Erfolge: Drachenboot: Sieger Saar-Spektakel mit den Saarnixen 2007, 6. bei den Deutschen Meisterschaften in München 2007; Sieger Saar-Spektakel mit den Spritzigen Synchronetten 2009, 6. bei den Deutschen Meisterschaften in Duisburg 2010

7. Was waren Ihre damaligen Interessen und sind diese bis heute erhalten geblieben?
Die gesamte Schulzeit über habe ich Schach gespielt; zu Studienzeiten musste ich das wegen Zeitmangel aufgeben. Danach wollte ich in Saarbrücken erneut anfangen, habe es aber wieder aufgegeben. Dort habe ich mit der Firmenmannschaft das Drachenboot- Paddeln angefangen und die restliche Zeit in Saarbrücken in diversen Teams weiter gepaddelt. Das Drachenboot war mit 3 – 5 Mal wöchentlichen Training und 12 Regatten (= Wettkämpfen) im Jahr ein sehr zeitaufwendiges Hobby.
Außerdem habe ich seit 2,5 Jahren einen kleinen Beagle, den ich als Welpen bekommen habe und mit dem wir jeden Tag Spaziergänge und sonstiges Beschäftigungsprogramm machen. Durch die vielen beruflichen Reisen habe ich bereits im Studium angefangen, viele Bücher zu lesen, wobei ich meist nur noch englische Bücher lese.

8. Welche Wünsche / Pläne haben Sie für die Zukunft?
Heiraten im Mai 2011; mich in meinem neuen Job gut einzuarbeiten und das Leben genießen, so gut es geht. 🙂

9. Was hätten Sie sich für Ihre Schulzeit zusätzlich gewünscht?
Bereits im Studium haben wir einige Projektmanagement-Schulungen bekommen. Die Techniken des Projektmanagements können meiner Meinung nach Schülern auch helfen, sich besser zu organisieren, was den Einstieg ins Berufsleben, vor allem, wenn man auf sich gestellt ist, wesentlich vereinfacht. Ich denke, dass das Projektmanagement in seinen Grundzügen Schülern erläutert werden sollte, damit ihnen Hilfen für strukturiertes Lernen, Arbeiten, Planen etc. in die Hand gegeben werden. In der Schule ist es schwer, als Lehrer neben der Wissensvermittlung auch noch die Methodenkompetenz in den Schwerpunkt zu legen. Trotzdem halte ich es für durchaus sinnvoll, Methoden wie das Projektmanagement in den Schulen zu etablieren. Mit dessen Hilfe kann man fast alle Probleme angehen und lernt, systematisch an neue Themen heranzugehen. Auch das Arbeiten im Team wird so gefördert, was zukünftig im Arbeitsleben aufgrund der zunehmenden Spezialisierung immer wichtiger werden wird.
Es gibt für die unterschiedlichen Lerntypen noch weitere Arbeitsmittel (z. B. Mind Mapping; Lernkarten; Flipcharts; Brainstorming), die den Schülern näher gebracht werden können, damit sie die für sie am besten geeignete Methode nutzen können. Ich selbst habe viele davon erst richtig im Studium kennen gelernt und sie haben mir geholfen, schwierige Themenbereiche aufzuarbeiten und somit zu lernen.

10. Welche Tipps würden Sie uns für die Schulzeit mit auf den Weg geben?
So viel Freizeit wie zu Schulzeiten hat man später nicht. Genießt diese Zeit, so gut es geht! Versucht, in der Schulzeit auch eure Interessen und Stärken herauszufinden. Euren Job müsst ihr später 40 Jahre oder länger machen, die Arbeit sollte euch dann ja auch Spaß machen! In der Sek II gab es für uns Möglichkeiten, auf Ausbildungsmessen zu gehen, oder Vertreter von Firmen haben ein wenig geworben und erzählt. Nehmt diese Angebote wahr und schaut, ob für euch was dabei ist!
Was ich persönlich am wichtigsten finde: Wenn ihr was anfangt, zieht es auch durch! Nicht auf der halben Strecke aufgeben! Man wächst mit seinen Aufgaben!

Okt. 2010