Marco Philipp (2001)

Marco Philipp1. Worin bestand Ihr berufliches Ziel in der Schulzeit und was ist daraus geworden?
In der Schulzeit wusste ich noch nicht so richtig, wohin es gehen soll, ich interessierte mich sehr für Geschichte und erwog ein Lehramtsstudium, doch der Zivildienst kam mir in meiner Unentschlossenheit wirklich sehr gelegen.

2. Was haben Sie nach dem Abitur gemacht?
Zunächst Zivi, in der Zeit kristallisierte sich dann mein beruflicher Werdegang heraus. Ich bewarb mich an verschiedenen Musikhochschulen, wurde jedoch leider nicht genommen und trat daher ein FÖJ an. Währenddessen bereitete ich mich auf eine erneute Aufnahmeprüfung im nächsten Jahr (2003) vor und ging schließlich nach Magdeburg für Musikpädagogik/Pädagogik im Hauptfach Schlagzeug. Im zweiten Hauptfach Pädagogik interessierte mich die Rehapädagogik am meisten, daher die Vertiefung Rehapäd. im Hauptstudium.

3. Welche Fähigkeiten haben Sie am GAG erworben, die für Ihren beruflichen Werdegang hilfreich waren?
Weißt du, ich glaube da kann ich dir nicht wirklich etwas konkret Schulbezogenes angeben, sofern du soetwas überhaupt hören möchtest. In meiner Schulzeit war ich nämlich nie besonders strebsam, auch wenn ich kein schlechter Schüler war. 🙂 Die Fähigkeiten, welche für meinen Beruf wichtig sind, die lernt man automatisch im zwischenmenschlichen Miteinander.

4. Woran erinnern Sie sich heute noch besonders gern?
Ich erinnere mich besonders gern an die Oberstufenzeit. Hier flachte das „Lehrer-Schüler-Gefälle“, so nenn ich’s jetzt mal, aus der Unterstufe ein wenig ab und wurde zu einem sehr angenehmen Arbeitsklima! Was nicht heißt, dass der Respekt meinerseits gegenüber der Respektsperson „Lehrer“ verschwand. Doch ich fühlte mich seitens meiner damaligen Lehrer ebenfalls respektiert in dem, was ich tat, was einfach daran liegt, dass man sich mittlerweile ein paar Jahre kannte.
Meine Lieblingsfächer waren Deutsch, Musik und Geschichte, doch sehr gern erinnere ich mich an die Mathestunden mit Herrn Freimann (ist er noch im Haus?).
Ich war nun wirklich kein Matheass und bin es bis heute nicht geworden, doch Herr F. ermutigte mich immer wieder, an der Tafel Aufgaben zu lösen. Eines Tages, es war das zweite Halbjahr der 13., fragte ich ihn, ob es nicht reiche, dass ich zum Unterricht erscheine (damals gab es zum Glück kein Zentralabi), ich blicke es doch eh immer erst, wenn die Tests geschrieben sind. Sehr diplomatisch wies er darauf hin, dass ich mich bisher immer auf eine Drei retten konnte, doch da ich die Mathezensur nicht einrechnen brauchte, gab er meinem „Antrag“ nach. Fortan machte ich keine Hausaufgaben mehr und war eine Sorge, nämlich das schlechte Gewissen, ohne Hausaufgaben in den Unterricht zu kommen, los. 🙂

5. Haben Sie noch Kontakte zu deinen ehemaligen Schulkammeraden/Lehrern?
Oh ja, ich habe noch Kontakt zu vielen Freunden aus der Schulzeit. Selbstverständlich nicht zum Großteil meines Jahrgangs, doch die Leute, mit denen ich damals viel gemeinsam unternahm, kenne ich noch und wir sehen uns auch regelmäßig im Jahr. Bei den Lehrern sieht es da ein wenig anders aus. 🙂

6. Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich meine, dass ich den richtigen Job für mich gewählt habe. Kompromisslos kann ich behaupten, dass mir meine Arbeit Spaß macht, weil ich viel Freiheiten genieße (Schulferien), die in einer herkömmlichen Anstellung nicht drin wären und ebenfalls sehr wichtig für mich: Der Verdienst ist nicht zu verachten. Zum Reichwerden muss ich mir zwar noch was einfallen lassen, doch musste ich nie bei irgendwem, um Geld betteln! Als Selbstständiger muss man sich zwar schon ein bißchen umtun, aber es funktioniert, wenn man ein wenig was in der Rübe hat und beispielsweise die steuerlichen Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen weiß.
Ich höre oft, wenn ich über meinen Job erzähle, den Spruch: „MUSIKER, is ja cool … und was machste beruflich?!“, da krieg ich ´nen Hals. Zurzeit wird dieser Berufsstand so was von polarisiert betrachtet. Entweder du bist Superstar oder du gehst harzen und spielst ein bißchen Straßenmusik. Nein, so ist es wahrlich nicht. 🙂

7. Was waren Ihre damaligen Interessen und sind sie bis heute geblieben?
Damals wie heute waren meine Interessen Musik und Geschichte, jetzt ist vielleicht noch ein wenig die Instrumentalpädagogik dazugekommen. Im Unterricht probiere ich mit den Schülern gern Sachen aus, die den Unterricht interessanter machen könnte. Dazu schmökere ich auch gern in der entsprechenden aktuellen Fachliteratur.

8. Welche Wünsche/Pläne haben Sie für Ihre Zukunft?
Zurzeit arbeite ich in zwei Bereichen: Musiker und Instrumentalpädagogik. Ein drittes Aufgabenfeld wäre für mich noch interessant, doch zurzeit hab ich noch keine Ahnung, was das sein könnte. Mal schauen, es wird sich schon was ergeben, da bin ich ganz zuversichtlich.

9. Was hätten Sie sich für Ihre Schulzeit zusätzlich gewünscht?
Ich bin, was meine Schulzeit anbelangt, eigentlich ganz zufrieden. Es tut mir sehr leid, wenn ich gerade diese wichtige Frage nur ungenügend beantworten kann. Ich möchte nur so viel dazu sagen: Ich bin nicht derjenige, der seine Schulzeit wieder herbeiwünscht, dazu ist mein derzeitiges Leben einfach ausgefüllt und spannend genug. 🙂

10. Welche Tipps haben Sie für uns Schüler?
Gute Ratschläge:
1.   Wenn man gut in einer Sache ist und sich entsprechend anstrengt, wird es über kurz oder lang auch finanziell funktionieren!
2.   Lasst euch von guten Ratschlägen Dritter nicht die Tour verderben.
3.   Innere Zufriedenheit mit sich selbst ist in der heutigen Leistungsgesellschaft, in der es nur um rationelle Belange zu gehen scheint, noch immer eine vernachlässigte Variable. Nicht umsonst gibt es so viele Fälle von Depression. Ergo: Fühlt man sich nicht wirklich gut bei dem, was man tut, ist es nicht das Richtige!
4.   Findet eine Beschäftigung, die euch Spaß macht und ausfüllt, denn die meiste Zeit eures Lebens werdet ihr mit eurer Arbeit verbringen! Lebenszeit sollte nicht unnötig verschwendet werden, nur damit man sich jedes Jahr wie verrückt auf den Urlaub freut und die Rente herbeisehnt!

 

Okt. 2010