Vom Immunsystem bis zu Humboldts Sicht auf die Natur

Wodurch entstehen Polarlichter und was passiert, wenn man Cola filtriert? Die Themenvielfalt war auch am 15. Tag der Wissenschaften sehr groß. In jedem der vier Durchgänge hatten die Schüler die Möglichkeit, einen der knapp 40 wissenschaftlichen Vorträge zu besuchen.

Ein Highlight unter den vielfältigen Vorträgen war der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Radbruch unter dem Motto „Immunologie  für Jedermann“. Einmal im Jahr besucht der Arzt, der auch an Hochschulen unterrichtet, eine Schule in Berlin oder Brandenburg, um dort Schüler über die Leistungsfähigkeit und die Wirkungsweise des Immunsystems zu informieren. „Es würde mich freuen, wenn ich junge Menschen für eine Beschäftigung mit dem Immunsystem begeistern kann, denn wir brauchen unbedingt junge Talente in der Forschung“ berichtet der Immunologe.

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Frederik Fischer bei der Analyse eines Accounts

Während die Schüler durch Prof. Radbruch mehr über den eigenen Körper lernten, ging es wenige Räume weiter um die Glaubwürdigkeit von Informationen und Nachrichten, die in den sozialen Netzwerken verbreitet werden. In einem 90 minütigen Vortrag erklärte Frederik Fischer, der selbst als Redakteur tätig ist, mit praktischen Beispielen, wie man mit einfachen Mitteln die Seriosität von Nachrichten überprüfen kann und Fakeprofile auf Twitter, Instagram und co. enttarnt.

TDW4.1Ebenfalls praktisch ging es im Workshop der Apothekenkammer zu. Christine Klann, Geschäftsführerin der Roland-Apotheke, filtrierte gemeinsam mit den Schülern eine Flasche Cola, um die Inhaltsstoffe zu veranschaulichen. Nebenbei brachte sie den Schülern auch die Berufe rund um die Apotheke näher. Die Wahl des Getränks war nicht zufällig, denn das heute so beliebte Getränk findet seinen Ursprung in einer amerikanischen Apotheke. Dort braute John Pemberton im Jahr 1886 eine Tinktur aus Coca-Blättern, Kola-Nüssen, ätherischen Ölen und Wein. Leider war der Wein zu dieser Zeit sehr knapp, weshalb statt der erwünschten Tinktur nur die heutige Cola übrig blieb und sich schon innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu einem der weltweit beliebtesten Getränke entwickelte.

Um die ganze Welt führten auch die Entdeckungsreisen von Alexander von Humboldt. Die heutige Sicht auf die Natur, wurde durch ihn wie durch keinen Zweiten geprägt. Im Zentrum seiner Erkundungsreisen standen stets die Natur und die dort ablaufenden Wechselwirkungen. Diesem Thema nahm sich Dr. Ulrike Leitner an. In ihrem Vortrag erklärte sie Humboldts Werdegang, stellte Auszüge aus originalen Aufzeichnungen vor und beschrieb die Gründe für seine radikal andere Denkweise. Den größten Beitrag lieferten jedoch die Schüler unseres Gymnasiums. Neben vielen Verteidigungen von Facharbeiten in den verschiedensten Fächern, wurden geschichtliche Hintergründe, chemische Phänomene und literarische Werke präsentiert, die im normalen Unterricht nur schwer so ausführlich behandelt werden können. Nach drei Stunden im Sinne der Wissenschaft, endete der etwas andere Unterricht mit vielen neu gewonnenen Erkenntnissen.


Text: Lennart Fester
Fotos: Philipp Falkenhagen

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