Gymnasiasten üben das Wählen

Die Wahlurnen waren schon gefüllt, bevor die eigentliche Landtagswahl stattfand. Im Rahmen der Juniorwahl konnten 34.577 Schüler und Schülerinnen aus insgesamt 137 Brandenburger Schulen in der Woche ab dem 26. August ihre Stimme abgeben. Diese Ergebnisse sind zwar nicht gleichzustellen mit den “echten“ Landtagswahlen am vergangenen Sonntag, aber sie werden als gesondertes Wahlergebnis gewertet. Wahlberechtigt waren dabei Jugendliche ab der siebten Klasse, wobei der Schwerpunkt auf die Wahlen erst ab Klasse neun gesetzt wird.

Bild 1Auch Die Schüler und Schülerinnen unseres Gymnasiums konnten in der vergangenen Woche ihre Stimme abgeben. Dazu wurde die Wahl im Unterricht vorbereitet. Unter anderem wurden die Wahlprogramme der einzelnen Parteien in Gruppen zusammengefasst und vorgestellt. Nachdem die Schüler sich zu jedem Thema eine Partei ausgesucht hatten, die ihre Interessen am nähesten kam, konnten sie ihre favorisierte Partei und ihren favorisierten Kandidaten auf dem Stimmzettel ankreuzen.

Die Juniorwahl soll aber auch als Vorbereitung auf die “richtige“ Wahl dienen.  Also bekommen die wahlberechtigten Schüler eine Wahlbenachrichtigung und müssen sich zum Wahltermin ausweisen können. Es gibt improvisierte Wahlkabinen, damit die Jugendlichen frei entscheiden können. Anschließend wurde die Stimmen in versiegelte Wahlurnen gesteckt. Am Ende hatten die Grünen die Nase mit 33,5% weit vorne. Mit einem Abstand von gut 20% folgten AfD, CDU und SPD.

Bildschirmfoto 2019-09-02 um 16.09.03.png


Text: Lennart Fester
Foto: Redaktion
Wahlergebnisse: Kumulus e.V.
 (https://www.juniorwahl.de/brandenburg-2019.html)

6 Kommentare zu „Gymnasiasten üben das Wählen

  1. Möchte nur mal am Rande anmerken, dass die AFD immer noch in dieser Umfrage Trotz allgemeiner Ablenung durch die Medien zweit größte Kraft ist.
    Im Angesicht von friday for Futur II ganz schön beachtlich.

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  2. Ich meine ,daß jetzt noch viel mehr Fragen gestellt und beantwortet werden sollten . Wer hat diese AFD gegründet ,wer braucht eine solche Partei ,wer sind die Geldgeber ,warum sammeln sich in dieser Partei Menschen ,die in keiner demokratischen Partei ihre Ziele verwirklichen können , denken diese Leute nur rassistisch -völkisch-nazistisch oder werden sie auch so handeln ,wenn sie die Möglichkeit und Macht bekommen …? Warum kann es an einer “ Schule ohne Rassismus “ ein solches Wahlergebnis geben ? peter

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    1. Die selben Fragen sind gegenüber den Restlichen Parteien und ihren Zielsetzungen ebenso zu stellen, genauso, wie ein Gymnasium mit einem (zumindest zu meiner Zeit) wesentlich geringeren Minderheiten Anteil als die Örtliche Oberschule sich anmaßen kann den Titel Schule ohne Rassismus Schule mit Courage zu tragen und was das für die Paar Hanseln bedeutet durch den Titel daran erinnert zu werden, dass sie selbst von der damaligen Politik nicht als Gymnasiasten, nicht als Schüler, nicht mal unbedingt als gleichwertige Deutsche, sondern eben doch als anders wahrgenommen wurden und wie dieses bereits mit den 2010nern einzug gehaltene philosophische Konzept des kultivierten Unterschiedes mit der Entwicklung bis zum heutigen Tage resoniert. Was allerdings wider in einer hoch philosophischen Frage der Funktion von Identität als Konflikt mindernden Faktor in einer sich definierten Gruppe und dessen Applikation in der gegenwertigen Welt münden würde.
      Ganz abgesehen von den logisch aus dieser Diskussion resultierenden Spannungen unter den Schülern wäre von jeder Art der Politisierung der Schulen besser abzusehen.
      Es sei denn man wolle zusätzlich weiter Gruppen an Schulen kultivieren, welche in Abwesenheit von weiterer Lebenserfahrung entweder in der Identität ihrer Gruppe radikalisiert oder durch die Kontradiktionen zwischen ihren und anderen Identitäten ausgestoßen würden und in ihrer Verbitterung radikalisiert werden.
      Also, wieso lassen wir Kinder nicht einfach Kinder sein und was hat die amtierende Politik davon jetzt auch die Schulen zu teilen….
      Robert.

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      1. Lieber Herr Robert “ Erasmus “ . Dieser Name Erasmus löst bei mir sofort positive Gefühle aus . Vor kurzem konnte ich einer europäischen Erasmusstudentin dabei helfen ihre Abschlußarbeit zu schreiben . Das Thema war “ Stolpersteine und ihre Bedeutung als europäisches Kunstprojekt „.Natürlich habe ich auch die guten Perleberger Erfahrungen unserer Gruppe SOR genutzt . In ihrem Kommentar , den ich jetzt tatsächlich 4 x gelesen habe ist mir nicht klar geworden warum sie als ehemaliger Gymnasiast eine so “ andere Sprache “ nutzen . Machen wir doch gemeinsam den Kommentarteil zu einem für alle Schüler spannenden Erlebnis ,denn die Redaktion tut es auch .
        …wieso lassen wir Kinder nicht einfach Kinder sein… Weil Kinder die geboren werden ein Recht darauf haben in eine immer bessere Welt ,eine Welt zu gehen die immer schöner ist als die ihrer Eltern . Dafür Arbeiten die meisten Eltern auf dieser Welt .Kinder sind deshalb in der Gegenwart für uns Alle das wertvollste Gut – sie sind unsere bessere Zukunft . Vielleicht “ Kinder an die Macht “ ! peter

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      2. Und Ihr Argument definiert sich jetzt wie folgt?

        Ich habe jetzt etwas über zwei Wochen darüber nachgedacht, wie ich das jetzt Taktgerecht formuliere, aber jetzt geb ich auf.
        Ihre ganzer Kommentar rotiert nahezu um Ihr vollkommenes Unverständis bezüglich dessen, was ich zuvor schrieb und mündet in der vollkommenen Bestätigung meiner Aussagen.
        Ihre gesamte Argumentation gliedert sich einzig und allein aus Ihrer Identität, dem Holocaust und einer Phrase, die jede Ideologie verwendetund sehr schön in einer Anekdote zusammengefast wird, die uns einst Frau Kliefurt (Gott weis ich kann den Namen nicht schreiben) erzählt wurde. Die Geschichte vom letzten Pogrom in Perleberg. Die Geschichte eines alten Mannes, der dazu gezwungen wurde stunden lang im eiskalten Wasser der winterlichen Stebnitz zu stehen, bevor er am nächsten Tag mit Fieber deportiert wurde. Waren es die Alten, waren es die Eltern, die ihren Kindern eine besser Zukunft hinterlassen sollten? Nein. Es waren die Gymnasiasten. Es waren die Gymnasiasten, denen erzählt wurde, dass durch seine bloße Existens, dadurch dass er anders sei, er ihnen ihre Zukunft rauben würde, dass ihre Hass auf ihn gerechtfertigt sei, dass er es sehr wohl verdiene fürs anders sein bestraft zu werden, auch wenn er selbst nicht mal sah, dass er anders war und der Stern auf seine Brust gezwungen wurde. Doch so hatte er halt eine andere Identität und die Identität reichte aus ihm und seines gleichen, die diese Identität teilen Tod und Verderben zu wünschen.

        Also wieso sollten wir das anders sein nun wider und gerade auf schulischer Ebene institutionell politsieren?
        Wieso sollten wir uns jetzt wider hinstellen und allen Schülern, die etwas brauner sind als ihre Klassen Kameraden ins Ohr flüsten:,, Ach übrigens, du bist anders.“ anstelle sie wie alle andern zu behandeln?
        Und wieso sollte sich nicht wider jemand hinstellen, sich den politisch kultivierten Unterschied ansehen und alle hassen die anders sind als er?

        Wo wir schon bei Juden sind, Juden konnten erst endgültig durch die Trennung von öffentlich/politisch und privat integriert werden. Als es schlichtweg nicht mehr wichtig war ob man privat eine ANDERE Indentität als in der Öffentlichkeit pflegte und das private Anderssein irrelevant wurde, solange man sich öffentlich im Vergleich zum Rest relativ homogen verhielt. Erst als die Nazis und später die Sozialisten das Privatleben politisierten und Schulen nicht mehr nur die Trainingszentren fürs öffentliche Leben waren, sondern zur politischen Indoktrination verwendet wurden, begann man wider Unterschiede zu kultivieren und f´definerte die Identität ,,Jude“ unabhängig von allen Leistungen oder überlappenden Identitäten, als böse und vernichtungswürdig.
        Deshalb hinterfrage ich die Kultivierung von Unterschieden.
        Ein Schüler hat ein Schüler zu sein, Punkt und ein Deutscher hat ein Deutscher zu sein, Punkt. Was sie dazu noch sind ist ihre sache und unterliegt ihrer Entscheidung, Punkt.
        Denn sie letzten Male in denen wir Kinder in die Schützengräben Ideologischer Wettstreite und Kriege schickten, haben ja so gut funtioniert….

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