Zeitreise mit dem Bus

Landschaft
Aussicht aus dem Bus

Am Samstag, 7. Oktober, war es endlich wieder so weit. Eine der schönsten Traditionen stand uns bevor, die Italienfahrt des elften und zwölften Jahrgangs unseres Gymnasiums. Bereits nach den ersten zwei Stunden wurde uns bewusst, dass fast 24 Stunden Fahrt, kein Zuckerschlecken werden würde. Aber die Begeisterung und die erwartungsvolle Atmosphäre hielten ungedämpft bis zur Ankunft an.
Bereits auf der Hinfahrt zeigte sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite. Das war genau das, was ich auf  Reisen am liebsten sehe: sich links und rechts weit erstreckende Berglandschaften mit ab und zu kleinen Seen im herrlichsten Sonnenschein. Typische kleine und hübsche italienische Häuser, wie man sie sich vorstellt, sah man alle paar Kilometer, stets umgeben von schöner Landschaft.

Meer
Blick auf das Meer

Nach dem einen oder anderen Kulturschock, erreichten wir endlich unser Hotel in Piano di Sorrento. Kaum angekommen ging es sofort zum Strand. Dieser lag direkt am Hotel und bot nicht nur einen fantastischen Ausblick aufs Mittelmeer, sondern ließ einen wirklich in Italien ankommen. Es tat gut endlich wieder einen Horizont zu sehen.
Ab Montag erkundeten wir jeden Tag neue Sehenswürdigkeiten. Als erstes fuhren wir nach Neapel. Nachdem wir im Nationalmuseum waren, konnten wir uns frei in der Stadt bewegen und die Kultur kennenlernen, Nationalgerichte entdecken und einfach die sehr lebendige Stadt auf uns wirken lassen.

Fenster
Wir ließen die Stadt auf uns wirken

Am nächsten Tag besuchten wir Pompeji. Die Ausgrabungsstätte brachte uns das, was wir im Lateinunterricht gelernt hatten, vor Augen. Es war aufregend die verschüttete Stadt mit eigenen Augen zu sehen und sich das Leben in ihr vorzustellen.
Gleich danach fuhren wir zum Vesuv, zu dem Vulkan, der die eben besuchte Stadt unter sich begrub.
Schon von unten konnte man sich gut vorstellen, welche Naturgewalt wir dort vor uns hatten. Oben angekommen, genossen wir den atemberaubenden Ausblick und Einblick in den Vulkan, den der Nebel  Stück für Stück freigab. Wir sahen auf das Meer, aufs Tal und mehrere Städte hinab.

Aussicht
Blick vom Vesuv

Am Mittwoch lernten wir den Untergrund Neapels kennen. Der Gedanke, dass alles von Menschenhand, ohne Maschinen entstand, beeindruckte mich enorm. Wir zwängten uns mit Kerzenschein durch schmale Gänge, die in großen Hallen mündeten. Eine Erfahrung, die jeder mitmachen sollte. Außerdem besuchten wir das Herculaneum, eine Ausgrabungsstätte die noch schöner als Pompeji anzusehen ist. Das Nachtbaden im Mittelmeer bei Mondlicht war das Sahnehäubchen des Tages und läutete den Schluss ein.

Untergrund
Teil der Katakomben

Den letzten Tag verbrachten wir im lang ersehnten Rom. Mit der Metro (U-Bahn) erreichten wir den „Circo Massimo“, die antike Pferderennbahn. Von dort ging es zum Kolosseum. Auch hier beeindruckte mich der Gedanke, dass dieses Werk von Menschenhand erschaffen wurde und immer noch hervorragend erhalten ist. Das letzte Highlight war der Petersdom. Von außen sah er schön und mächtig, aber im Gegensatz zu Innen eher schlicht aus.  Die prunkvolle, edle, wirklich prächtige und detailverliebte Gestaltung des Doms gab einem das Gefühl von Demut und zog einen in den Bann. Es gab so viel zu sehen, dass man ihn öfter hätte besuchen müssen, um gänzlich zu begreifen, welch ein Kunstwerk man vor sich hat.
Mit diesem gelungenen Abschluss machten wir uns wieder auf den Weg in die Heimat. Zurück aus einer Zeitreise mit unvergesslichen Eindrücken.

 

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Die Italienfahrer in der Hauptstadt Rom.   Foto: Zierke
Fotos uns Text: Virginia Adamske