Gedenken an die Pogromnacht

Zum neunten Mal fand am Donnerstagabend die Veranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht in Perleberg statt, welche durch Hagen Boddin als Vertreter der Stadt Perleberg eröffnet wurde.
Eine Gruppe von Engagierten hatte sich zusammengefunden. Gemeinsam reinigten sie die vier in der Altstadt Perleberg verteilten Stolpersteine, was eine langjährige Tradition darstellt. An jedem der Stolpersteine wurde ausführlich über das Leben der Opfer des 9. Novembers 1938 berichtet und an diese gedacht. Eines der Opfer ist Adolf Lewandowski, damaliger Fleischer in der Stadt Perleberg, der später deportiert und ermordet wurde.
Seinen Ausklang fand der Abend in der noch recht neuen Begegnungsstätte im Perleberger Judenhof.
Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten die Stadt Perleberg in Kooperation mit dem Kulturverein Perleberg und der Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ eingeladen. Daniel Pöhl, Leiter der vorgenannten Arbeitsgruppe, verbindet mit der Veranstaltung folgendes Ziel: „Solch ein schlimmes Ereignis, wie die Progromnacht vor nunmehr fast 80 Jahren, darf sich nie mehr wiederholen“, so Daniel Pöhl.
Unterstützt wurden die Organisatoren durch die Evangelische Kirchengemeinde St. Jacobi Perleberg, das Gottfried-Arnold Gymnasium sowie durch den Bund der Antifaschisten/VVN.

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Informationen zu den Stolpersteinen und die Reichspogromnacht:

Die Stolpersteine erinnern mit eingravierten Namen an jene, die in der sogenannten Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 wegen ihres jüdischen Glaubens vom nationalsozialistischen Regime ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. Zudem sind dabei mehr als 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie Tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe zerstört worden.
„Stolpersteine. Ein Kunstprojekt für Europa.“ heißt das Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann und noch immer stetig erweitert wird. Der Künstler selbst verlegte im Jahr 2009 die Steine in Perleberg. Seitdem führt die Schülergruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ diese Veranstaltung jährlich durch.

Foto und Text: Wilhelm Krassin

 

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